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China-Samen, carpet seed, Glosso…

In mehreren Foren und Facebook-Gruppen flackern in neuester Zeit immer wieder Diskussionen zum Thema „Magic Seeds“, „Carpet Seed“ oder „Chinasamen“ auf.
Die Händler, die diese Samen vertreiben, bewerben sie meistens als Bodendecker, Glosso-Samen, Hemianthus u.s.w.


Einige Leute aus Fernost haben diese Samen schon ausprobiert, bevor sie für den Export nach Europa verfügbar waren. Sie haben herausgefunden, dass diese Samen tatsächlich Samen von verschiedenen Pflanzenarten sind. In den meisten Päckchen, die da im Handel kursieren, handelt es sich um nicht näher bestimmte Hygrophila-Arten, Oxalis corymbosa (Sauerklee), Trichodesma calycosum oder sogar um Ocimum tenuiflorum (Indisches Basilikum).

Elatine hydropiper

So sieht ein echter Bodendecker (hier Elatine hydropiper) auch nach Monaten aus.

Während es theoretisch möglich ist, einige Wasserpflanzen wie Glossostigma elatinoides aus Samen zu ziehen (ja, sie bilden emers Blüten und werden somit auch und Samen produzieren), ist die Ausbreitung viel schneller durch eine asexuelle Reproduktion, dh. durch Bildung von Ausläufern. Gerade Glosso ist dafür bekannt, zu wuchern wie Unkraut.

Es ist daher viel rentabler, die Pflanzen auf diese Weise (Stecklinge) zu vermehren, als Samen von ihnen zu sammeln;

Die meisten Wasserpflanzen-Gärtnereien vermehren daher ihre Pflanzen nicht durch Aussaat. Die Menge an Arbeit, die es braucht, um diese Samen zu sammeln und so generativ zu vermehren, lohnt sich einfach für Händler nicht. Die China-Samen müssen daher von schnell wachsenden, schnellblühenden Pflanzen gewonnen werden – idealerweise eine Art von Gartenunkraut, denn Arbeitszeit ist auch in China nicht kostenlos.

Sieht man sich auf diversen Internetseiten in China um, tauchen dort diese Samen in anderem Zusammenhang auf. Sie werden dort auf Papiermasken gestreut, wo sie auch prima festkleben und keimen und man kann sie dann als grüne Maske, also als Spaßartikel und Verkleidung, tragen. (so ähnlich habe ich den Sinn dieser Masken verstanden.)

Irgend welche Geschäftemacher kamen dann wohl auf die Idee, das Unkraut an Aquascaper zu verkaufen, die schnell und unkompliziert einen grünen Pflanzenteppich im Aquarium haben wollen.

Das klappt auch. Aber nur, bis die Pflanze über das Spross-Stadium hinaus gewachsen ist. Auf beinahe allen Fotos, die es zu diesem Kraut zu finden gibt, sieht man nämlich lediglich Keimblätter, die einen dekorativen Teppich bilden. Danach ist es schlicht billiges Unkraut, das unter Umständen ein aufwändig gestaltetes Layout mit teurem Bodengrund und Hardscape total ruiniert.
Man tut als Aquascaper also gut daran, anfangs geringfügig mehr Geld in Pflanzen in ordentlicher Qualität zu investieren.
Zum Testen oder wenn man nur eine Möglichkeit sucht, ein Layout für einige Tage hübsch zu begrünen, sind die Samen ok. Auf Dauer wird die anfänglich billige Lösung die teurere Version.

So sehen die Pflänzchen übrigens aus, wenn sie etwas länger gewachsen sind:

https://www.ukaps.org/forum/threads/seeds-for-carpeting-plants-myth-or-real.49052/#post-481576
Links zu den Quellen dieser ‚Weisheit‘:

http://www.coco01.net/post/113597 (Chinesisch)

von Google übersetzter Artikel: https://translate.google.co.uk/translate?hl=en&sl=zh-CN&tl=de&u=www.coco01.net%2Fpost%2F113597&sandbox=1

https://www.ukaps.org/forum/threads/marsilea-minuta.48320/#post-475278

https://www.ukaps.org/forum/threads/seeds-for-carpeting-plants-myth-or-real.49052/#post-481576

https://www.ukaps.org/forum/threads/probaby-not-glossostigma-from-seed-impulse-ebay-buy.48088/#post-481768

https://m.facebook.com/story.php?story_fbid=1124589130983613&id=847045818737947&hc_location=ufi

Wabi Kusa

Ursprünglich bezeichnet der Ausdruck Wabi Kusa auf einem Substratball emers kultivierte Sumpfpflanzen der Firma ADA aus Japan.

In Europa werden auch kunstvoll mit Wasserpflanzen arrangierte Schalen, Minipaludarien und derlei mehr Wabi Kusa genannt.


Vereinfacht ausgedrückt: Wasserpflanzen werden in ihrer emersen Form hübsch arrangiert kultiviert. Ein Bisschen wie trockenes Aquascaping.

Um solch ein Wabi Kusa selbst zu machen, nimmt man ein paar Hände voll Soil, füllt sie in einen stabilen Folienbeutel, sprüht sie feucht und knetet sie zu einer homogenen Masse.


Die Konsistenz sollte dabei in Etwa der von Pizzateig entsprechen. Wenn man lange genug geknetet hat, sollte auch nichts mehr krümeln.

Aus dieser Masse formt man sich etwa faustgroße Knödel.


Diese Knödel kann man direkt bepflanzen. Das hat den Nachteil, dass sie außen ständig abbröckeln.

Sinnvoller ist es, sie mit einer Schicht Moos zu umwickeln. Das Moos wächst dort an, hält die Erde feucht und zusammen und es schimmelt nicht so schnell.

Ich habe hier Mini-Christmasmoos genommen, weil ich davon gerade genug da hatte. Es dürfte aber jedes Moos geeignet sein, das auch über Wasser wachsen kann.

Danach kann man die Kugeln mit den ausgesuchten Pflanzen bepflanzen. Entweder bindet man diese auf oder man steckt sie in das Substrat.



Während die Pflanzen anwachsen, müssen sie regelmäßig besprüht werden, um für ausreichende Luftfeuchtigkeit (95-100% in der ersten Zeit) zu sorgen. Die ersten Wochen braucht man auch eine passende Abdeckung. Hier hat sich Frischhaltefolie oder eine Glasglocke bewährt.

Weiterführendes:

Wabi Kusa Shop „Emersum

Frederic Fuß erklärt es Schritt für Schritt

Noch ein Leitfaden von Jurijs mit Js -> Lernscapen

Historisches… ;-)

Das älteste Foto, das ich gefunden hab, stammt von meinem 150x50x50cm großen Aquarium, das ich Ende der 1990er Jahre eingerichtet und bis 2007 betrieben habe. Mittlerweile würde es wohl ganz anders aussehen. Damals fand ich es ganz passabel.

 375l 
Danach vermehrten sich die Glaskästen. 🙂

Etwa 2002 wucherte es in einem kleinen 50x30x30cm, in dem auch zeitweise ein paar Salmler Asyl erhielten, bis sie in ein passenderes Quartier einziehen könnten.

  
Das neue Salmlerrefugium hatte ganz hübsche Maße (130x40x35) und stand als Raumteiler ab 2008 in der Wohnung. 

  
Ein paar kleinere Würfel boten für Zwerggarnelen ein Zuhause.

  
Die meisten dieser Aquarien hab ich beim letzten Umzug abgeschafft. Zuerst blieb nur ein kleines Aquarium in der Küche.

  
Außerdem noch zwei, die als (relativ) trockene Glaskästen bepflanzt waren:

  
  
… dann war das Wohnzimmer etwas zu unbelebt. Ich rief bei einem Aquarienbauer in der Nähe an und bestellte ein Aquarium mit 100×63,5x40cm.

   

hardscape

…und das 60x30x30cm in der Küche wurde etwas umgestaltet.